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www.vendvidek.com !



Was ist das „Vendvidék“ ?

 „Vendvidék“ ist ein ungarischer Begriff und bedeutet auf Deutsch „Wenden-/Windenland“. Dieser Begriff bezeichnet bzw. bezeichnete in erster Linie die Slawen/Slowenen im südöstlichen germanischen Sprachraum. Aufgrund der Einwanderung der Slawen in den deutschsprachigen Raum im 7. und 8. Jahrhundert wurde dieser Terminus von den Germanen alsbald als Synonym für „das Fremde“ gebraucht. Diese Bezeichnung fand später Eingang in die ungarische Sprache und wird auch heute noch in der Alltagssprache häufig für die Bezeichnung der auf dem ungarischen Staatsgebiet lebenden Slowenen verwendet (ung. vend, bzw. vendek im Plural*). Das Gebiet an sich wurde unter dem Namen „Raabgebiet“ bzw. „slowenisches Raabgebiet“  (slow. Porabje/Slovensko Porabje) bekannt.  Der Begriff, bzw. die Benennung der Slowenen in Ungarn als „Slowenen des Raabgebiets“, stammt aus Slowenien selbst. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg tauchte in der slowenischen Presse der Begriff „Slowenen vom Raab“ als Bezeichnung für die im Einzugsgebiet von Monošter/Szentgotthárd wohnhaften Slowenen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese dann auch vermehrt „Raabufer-Slowenen“ genannt.

 

Wo liegt das „Vendvidék“ ?

Das „Vendvidék“ befindet sich im Dreiländereck Slowenien-Ungarn-Österreich, im Einzugsgebiet des Grenzstädtchens Szentgotthárd und wird vom kleinen Fluss Raab durchflossen, welcher dieser hügeligen Region den Namen „Raabgebiet“ verleiht. Der für seine reichhaltige Flora und Fauna bekannte im Südwesten Ungarns liegende Nationalpark „Wart“ (ung. Őrség, slow. Goričko) ist ebenfalls Teil des „Vendvidék“. Auf der etwa 94 km2 grossen Fläche des Raabgebiets befinden sich sieben slowenischsprachige Ortschaften: Gornji Senik/Felsoszölnök, Dolnij Senik/Alsószölnök, Sakalovci/Szakonyfalu, Slovenska ves/Rábatótfalu, Števanovci/Apátistvánfalva, Ritkarovci/Kétvölgy sowie Andovci/Orfalu. Das Grenzstädtchen Monošter/Szentgotthárd mit seinen slowenisch- und ungarischstämmigen Bewohnern bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Raabgebiet-Slowenen. Die slowenische Minderheit in Ungarn lebt im Raabgebiet, in Szombathely (dem Hauptort des Komitats Vas) und in anderen Teilen dieses westungarischen Komitats, ferner in den Komitaten Somogy, Győr-Moson-Sopron und Budapest sowie verstreut in anderen Gebieten Ungarns.

 

 

Wer sind wir und welche Ziele verfolgen wir mit unserer Webseite ?

In geographischer, kultureller, linguistischer sowie ethnischer Hinsicht gehört das Raabgebiet/Porabje zum Murgebiet/Prekmurje (Slowenien). Diese beiden Gebiete bildeten eine geographische Einheit, bis sie im Jahre 1919 getrennt wurden, wobei das Murgebiet zum neugegründeten Jugoslawien (SHS-Staat) geschlossen wurde und das Raabgebiet unter ungarischer Hoheit verblieb. Die Slowenen des „Vendvidék“ wurden durch den Vertrag von Trianon 1920 und später aufgrund des jahrzehntelang bestehenden Eisernen Vorhangs vom übrigen Volk der Slowenen getrennt. Die Raabgebiet-Slowenen bilden heute eine knapp 5'000 Personen umfassende Gemeinschaft, welche nicht zuletzt aufgrund der erwähnten historischen Gegebenheiten Gefahr läuft, in Vergessenheit zu geraten. Wir wollen daher mit unserer Webseite einen Beitrag dazu leisten, dass die slowenische Bevölkerungsgruppe im ungarischen Raabgebiet einer internationalen Öffentlichkeit bekannt gemacht wird und dabei insbesondere die im englisch- und deutschsprachigen Raum lebenden Raabgebiet-Slowenen bzw. deren Nachkommen (daher die zweisprachige Version der Homepage) über ihre Herkunft in ihrer eigenen Sprache informieren. Angetrieben durch unser ausgeprägtes Interesse an der Geschichte und Kultur ethnischer Minoritäten verfolgen wir daher auch explizit das Ziel einer aktiven Minderheitenförderung, in unserem Fall die Bewahrung der vielfältigen Geschichte und Sprache sowie der traditionellen Sitten und Gebräuche der Raabgebiet-Slowenen im kulturellen Gedächtnis der ausserhalb des „Vendvidék“ lebenden Menschen.

Wir, das sind Tibor Horváth und Joël Gerber. Herr Horváth hat einen Master in Ökonomie (Nebenprogramme Politologie und Medienwissenschaften) der Universität Bern (Schweiz) und Herr Gerber einen Master in Zeitgeschichte (Nebenprogramm Anglistik) der Universität Fribourg (Schweiz). Das Projekt unserer Webseite, um welches wir uns seit 2005 in Eigenregie und ohne finanzielle Unterstützung neben unserer eigentlichen beruflichen Tätigkeit mit viel Herzblut kümmern, ermöglicht uns die thematische Auseinandersetzung mit der ereignisreichen Geschichte und mannigfaltigen Kultur des slowenischen Raabgebiets. Tibor Horváth hat zudem einen eigenen, sehr persönlichen Bezug zum „Vendvidék“, da er väterlicherseits aus Apátistvánfalva/Števanovci stammt. Wir waren in den letzten Jahren öfters an den in den sieben slowenischen Dörfern des Porabje periodisch stattfindenden von Slowenien organisierten öffentlichen Veranstaltungen und Festlichkeiten anwesend, nicht zuletzt auch um persönliche Eindrücke vor Ort zu gewinnen, welche wir jeweils anschliessend in der Form von kurzen Berichterstattungen verarbeiten und unter der Rubrik „Artikel“ auf unserer Webseite publizieren. Diese journalistische Tätigkeit   ermöglicht es die ausserhalb des Porabje wohnhaften Raabgebiet-Slowenen, welche weder  des Slowenischen noch des Porabischen mächtig sind, über die aktuellen Entwicklungen in ihrem Herkunftsort auf dem Laufenden zu halten, bzw. ihnen die Kultur ihrer Vorfahren näherzubringen. Die zahlreichen positiven Einträge in unserem Gästebuch ermutigen uns einerseits die Arbeit an unserem Projekt auch in Zukunft weiterzuführen und sind andererseits ein Beleg für die Wichtigkeit unserer Pionierarbeit. Denn wer sich vor der Aufschaltung unserer Homepage über das „Vendvidék“ informieren wollte und dabei weder über Kenntnisse in Slowenisch noch über die lokale Ausprägung des Slowenischen verfügte, und das ist beispielsweise die überwiegende Mehrheit der in den USA lebenden Diaspora der Raabgebiet-Slowenen, suchte vor unserer Initiative vergebens nach Anhaltspunkten zu seinem Herkunftsort. Passend dazu der Kommentar des Users Joseph Horvath aus Marshall Virginia, USA (07.05.2006):

Thank you so very much Tibor and J. Gerber for keeping our History alive! I have learned more about our heritage from this web site in only a few minutes than I learned in my entire life of 40 years. I am also proud to use the history and photos of Apátistvánfalva to honor my father, Steve Horvath, who passed away this July 2, 2006. This means more to me than words   can   express.   Thank   you.“  

Ähnlich positiv äusserte sich am 08.02.2009 auch der US-Amerikaner mit „windischen“ Wurzeln Ron Dixon:

I just discovered this website! Awesome! I had no idea this region had a name – Vendvidek. My ancestors came from Eckersdorf according to Ellis Island records and I recently figured out this is the other name of Szakonyfalu. Thanks for the pictures of Szakonyfalu. Now I can see where my Düh family came from. [...]“

Oder auch Diana Sukitsch (Szukics) aus Pittsburgh, PA (07.03.2007):

Tibor and Joel, Thank you for creating such a wonderful website featuring the   heritage of the Windish people. It is so difficult to find this information and unfortunately, the ancestors who COULD tell us all out our heritage are often already passed away. I had the wonderful opportunity to visit the Raba Slovene Region in 1997 with my grandfather and father. My grandfather grew up there prior to coming to USA. It was amazing to experience the region through his eyes. I tried to learn as much from him about the Windish people and traditions prior to his passing in 2005, but he was 96, and his memory was not as good. THis website is a nice tribute to our Windish heritage. I also want to thank you for helping those of us who are doing genealogical research on our family. The photos,etc are a great help! The 2 of you should be commended! [...]“

Dank unserer Rubrik „Alte Grabsteine“, für welche wir persönlich die Grabsteine der Friedhöfen der sieben Porabje-Dörfer fotografiert haben, ist es nun auch in Übersee lebenden Nachkommen von Raabgebiet-Slowenen möglich, die letzten Ruhestätten ihrer verstorbenen Familienmitglieder zu Gesicht zu bekommen und anhand der Grabsteininschriften Familienforschung zu betreiben, wie beispielsweise ein in Bethlehem, PA wohnhafter Besucher unserer Webseite namens Chuck Doncsecz Sr am 10.06.2006 in seinem Gästebucheintrag betont:

Great information. Attempting to trace family tree back. I will find your site very useful.“

Zudem haben wir bereits mehrmals Mitglieder der slowenischen Diaspora in den USA persönlich durch das Raab- und Murgebiet geführt und ihnen so aus erster Hand ihre historischen Wurzeln nähergebracht und sie die kulturelle Vielfalt der Region hautnah spüren lassen; ein persönliches Erlebnis, welche sie ohne unser persönliches Engagement in dieser Form wohl kaum gehabt hätten, wie beispielsweise auch Jeanne Czvitkovics Brown aus dem  kalifornischen San Diego, welche wir im Juni 2007 durch das „Vendvidék“ führten, in ihrem auf unserer Webseite publizierten Reisebericht zu Bedenken gibt:

With special thanks to Tibor Horváth and Joël Gerber, without whose help this journey would never have been possible.”

 

Viele Menschen haben sich bereits für das Raabgebiet begeistern könnten. Gehen nun also auch Sie auf Entdeckungsreise durch das faszinierende Raabgebiet und lernen Sie die reichhaltige Geschichte und Kultur der Bevölkerung des „Vendvidék“ kennen!

 

* Das „Vendvidék“ wird auch „slowenisches Raabgebiet“ genannt.